Top 10 Quellen für die Ahnenforschung

Andrea Bentschneider, Mitglied im MFP e. V., stellte uns ihre Zusammenstellung der wichtigsten Quellen für die Familienforschung für unsere Homepage zur Verfügung. ...

Die Quelle der Warnow in Mecklenburg (Foto: Garling)
  1. Standesamtliche Urkunden: Eine der zuverlässigsten Informationsquellen. Häufig lassen sich zusätzlich zu den Geburts-, Heirats- und Sterbedaten der gesuchten Personen weiterführende Informationen finden, z.B. über Kinder, Testamente oder Scheidungen.

  2. Kirchenbücher: Sie gehören zu den wichtigsten Quellen für die Ahnenforschung, auch wenn die Angaben nicht immer zu 100% verlässlich sind. Denn Kirchenbücher decken den größtmöglichen Zeitraum ab und sind in der Regel vor 1875 uneingeschränkt erforschbar.  Neben den Tauf-, Heirats- und Strebedaten enthalten sie häufig auch weiterführende Angaben zur Person sowie zum familiären Umfeld, die bei der weiteren Recherche eine große Hilfe sein können.

  3. Historische Meldekarten: Ist über eine Person noch nicht viel bekannt, kann eine Meldekarte eine Vielzahl von neuen Informationen bereithalten. Neben dem Namen sowie Geburtsdatum und -ort sind mitunter recht ausführliche Informationen zu Beruf, Militärdienst, Ehepartner und Kindern sowie den verschiedenen Anschriften enthalten. Leider sind aber nicht aus allen Städten und Regionen historische Meldekarten erhalten.

  4. Internet: Dass man nicht alles glauben kann, das man im Internet findet, ist heute wohl jedem klar. Dies gilt natürlich auch für die Ahnenforschung. Dennoch kann die Internetrecherche eine große Hilfe sein. Professionelle Ahnenforschungsseiten, zumeist kostenpflichtig, bieten den Vorteil, dass die gescannten Dokumente in der Regel online eingesehen werden können und man sich nicht auf eine Abschrift verlassen muss.

  5. Adressbücher: Sie sind besonders dann eine große Hilfe, wenn Urkunden noch unter Datenschutz stehen. Leider wurden sie in der Regel nur für größere Städte geführt und Untermieter, Dienstboten sowie die meisten einfachen Arbeiter sind nicht gelistet. Sie können aber z.B. gute Hinweise zur Verweildauer einer Familie in einer Stadt liefern und so Suchzeiträume eingrenzen.

  6. Passagierlisten: Wenn Familienmitglieder ausgewandert sind, sind Passagierlisten eine unschätzbare Quelle. Name, Alter, Beruf, Geburtsort, letzter Wohnort vor der Auswanderung sowie mitreisende Familienmitglieder werden in der Regel aufgelistet. Leider sind Passagierlisten aus deutschen Häfen nicht vollständig erhalten. Sofern möglich sollten daher auch Ankunftslisten aus den Zielhäfen in die Suche einbezogen werden.

  7. Volkszählungslisten: Je nachdem wie oft sie durchgeführt und welche Informationen erhoben wurden, variieren Volkszählungslisten in ihrer Qualität. Neben Namen und Geburtsdaten/-orten können ggf. auch Rückschlüsse auf Familienmitglieder gezogen werden. Und vielleicht finden sich  über Namensregister sogar neue Wohnorte oder entfernte Verwandte. Allerdings sind Volkszählungslisten nicht aus jeder Region Deutschlands überliefert.

  8. Ortsfamilienbücher/Heimatchroniken: Bevor man an einem neuen Ort selbst mit einer detaillierten Recherche beginnt, lohnt es sich, zu überprüfen, ob nicht bereits ein Ortsfamilienbuch oder eine Ortschronik existiert. Diese können bereits wichtige Informationen enthalten, allerdings sollte ggf. eine Überprüfung der Originalquellen erfolgen.

  9. Militärunterlagen: Sofern erhalten, bieten sie eine Vielzahl von Angaben zum militärischen Werdegang. Darunter fallen z.B. Kampfeinsätze, Auszeichnungen oder auch Beschreibungen zum Aussehen oder zu Krankheiten. Unter Umständen sind auch offizielle Schreiben der Soldaten selbst enthalten (beispielsweise Urlaubsanträge).

  10. Bürgerakten: Sie enthalten oft relativ ausführliche Informationen und Dokumentationen zum Leben einer Person, darunter beispielsweise Abschriften von Tauf- und Heiratseinträgen, aber auch Dokumente zur militärischen Laufbahn, Nachweise zur Staatsangehörigkeit, Referenzen uvm.

Natürlich gibt es darüber hinaus viele weitere hilfreiche Informationsquellen ganz unterschiedlicher Provenienzen (Herkünfte). Oft sind die Möglichkeiten sehr individuell abhängig von den jeweiligen Ahnen, die erforscht werden sollen. Relevant können beispielsweise sein: Passanträge, Adoptions- und Scheidungsakten, Zunft- und Innungsunterlagen, Testamente, Gerichtsakten, Wiedergutmachungs- und Entnazifizierungsakten, Handelsregister oder Grundbucheinträge.

Andrea Bentschneider, Autorin des Beitrages

Andrea Bentschneider ist seit 2004 als Berufsgenealogin in Hamburg tätig. Nach 10 Jahren in New York machte sie mit ihrem Unternehmen Beyond History ihre Leidenschaft zum Beruf. Sie recherchiert für Privatpersonen und Firmenkunden genauso wie für internationale TV-Projekte. Seit 2013 hat sie den Vorsitz des Verbands deutschsprachiger Berufsgenealogen e.V. inne. Regelmäßig wird über sie in den Medien berichtet (z. B. im Hamburger Abendblatt). Auch der Blog von Andrea Bentschneider liefert viele nützliche Tipps.

 

Wir bedanken uns bei Andrea für die Bereitstellung ihres Artikels. Schaut Euch auch mal auf ihrer Website um.