Unstete Berufe

Im Heft 9, S.10 der MFP-Mitteilungen und auf der Herbstversammlung 2002 in Tellow haben wir erste Schritte für ein Projekt zur Erfassung Angehöriger 'unsteter Berufe' in Mecklenburg angekündigt und auf den Weg gebracht. Jetzt bitten wir alle, die es ermöglichen können und die Lust haben, zur Teilnahme. Wir geben noch einmal kurz einige Erläuterungen:

  • Begriff "Angehöriger unsteter Berufe": Menschen, deren Arbeitsort wegen der besonderen Bedingungen für ihre Berufsausübung häufig wechselte und deren genealogische Daten in den Kirchenbüchern daher schwer zu finden sind. Wir wollen folgende Berufe erfassen:
    Müller, Schäfer, Holländer, Pächter (= Pensionarii, Verwalter), Glasmacher, Teerschweler, Ziegler.
    Bitte beachten: nicht dazu gehören
    Schäferknecht, Müllerbursch, Mühlenbursch, Holländerdirn u.ä.
  • Zeitrahmen: von Beginn der Kirchenbücher bis 1870
  • unser Vorhaben:
    • Erfassung der betr. Daten aus den Datenbeständen unserer Vereinsmitglieder
    • Erfassung aus vorhandenen Arbeiten, insbesondere der diesbezüglichen Daten aus den Arbeiten von SCHUBERT (Copulationsregister, Beichtkinderverzeichnisse, Bürgerbücher). Daneben aus weiteren zusammenfassenden Arbeiten aus der Literatur (z.B. Grotefend, Ritter, Brügmann-Kartei)
    • Publikation der Ergebnisse in geeigneter Form, möglichst zunächst in unseren "Heften".
  • für die Datensammlung ist folgende Form der Datenerfassung wünschenswert:
      Name (mandatory),
      Vorname, 
      Ort (mandatory),
      Kirchspiel,
      Datum (mandatory),
      Grund der Eintragung,
      Quelle der Eintragung,
      Beruf (mandatory),
      MFP-Mitgliedsnummer des Einsenders,
      sonstige Bemerkungen
      
    Die Form ist nicht zwingend, vereinfacht aber die Erfassung der Daten. Wir sind auch über jedwede schriftliche Zusendungen dankbar.
  • einige Erläuterungen zu den Feldern:
    • Name = Name des Probanden; dies sollte immer der Träger des Berufs sein! Wenn man die Eheschließung einer Tochter, z.B. in Hagenow findet, bei welcher erwähnt ist: Vater ist der Schäfer MEIER in Püttelkow, dann wird Meier als Proband aufgenommen, und unter Grund der Eintragung steht dann "Ehe der T. Adelheit". Auch noch wichtig: der Ort ist in diesem Fall Püttelkow; und nur als Quelle: KB Hagenow.
    • Ort = Ort des Aufenthaltes des Probanden, wie eben erläutert.
    • Kirchspiel = Ort der zuständigen Kirche (zum Zeitpunkt der Eintragung)
    • Datum = sofern genannt: das genaue Datum der Eintragung; sonst auch: das Jahr, das ungefähre Jahr ("ca. 1770") oder der Zeitraum ("zwischen 1750 - 1760")
    • Grund der Eintragung = z.B: Beichtkinderverzeichnis, Hochzeit, Taufe (Geburt), Begräbnis.
    • Quelle der Eintragung = z.B: Kirchenbuch ( wenn das betr. Datum bereits unter "Datum" genannt ist, dann hier nicht wiederholen! Es genügt dann z.B "KB Hagenow", wenn unter Datum die Ehe der Tochter mit Datum genannt ist), BKV, Bede-Register, Publikation mit genauer Angabe
    • Beruf = Beruf des Probanden; Beachten: bei SCHUBERT findet man in den Registern Müller u.U. auch unter Stadtmüller; ebenso Stadtschäfer!
    • sonstige Bemerkungen = was nicht in die Form passt, aber weitere Informationen liefert, z.B. "kam aus Tellow" oder "ausgewandert" usw.
    Es muss nicht jedes Feld ausgefüllt sein, aber zwingend sind die Felder NAME, BERUF, ORT und DATUM. Je mehr Informationen, desto eher werden Doppelerfassungen erkannt und vermieden!

Abkürzungen: Zugelassen und erwünscht sind die von SCHUBERT eingeführten Abkürzungen. Es wird gebeten, keine eigenen Abkürzungen zu benutzen! (Bei 100 Einsendern bedeutet dann "T" einmal Tochter, einmal Taufe, einmal Tellow usw.!)

Wir schlagen vor, dass Mitglieder, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, zunächst die betreffenden Daten aus ihren eigenen Unterlagen erfassen und mitteilen. In Vorbereitung der Erfassung von Daten aus den SCHUBERT-Arbeiten ist - zur Vermeidung von Doppelarbeiten - eine vorherige Meldung nötig, um welche wir hiermit bitten!

Bitte geben Sie z.B. an: ich erfasse die Daten aus den BKV 1704, Buchstabe A1, oder: die Daten aus den COP-Registern 1751-1800, Buchstabe B3. Ebenso bitten wir um vorherige Nachricht, wenn die Bearbeitung von grösseren Publikationen vorgesehen ist, z.B. R. Wendt, Gesamtverzeichnis der Glashütten in Meckl.-Schwerin vom 17.-zum 19. Jhd., in: Z.ndt. Fam.kunde 47 (1972), S.36-39.

Hinweis: Diese Erläuterungen werden auch in die Vereinsmitteilungen Nr. 10 aufgenommen.