Familie HENRIQUES-JOSEPHY

Ein Beispiel deutsch-jüdischer Familienforschung

Die horizontale Forschung nach lebenden Verwandten fesselt mich sehr viel mehr als die vertikale Forschung nach toten Vorfahren. Deshalb bin ich viel mehr ein Familienforscher als ein Vorfahren- oder Ahnenforscher (nach DUDEN Ahne =Vorfahre). Natürlich brauche ich die Ahnen als „Brücke“, um an weitere Lebende heranzukommen, deshalb interessiere ich mich zwangsläufig doch ein bisschen auch für Ahnenforschung.

Mein Urgroßvater Otto KAYSEL, geboren 1843, Ehrenbürger von Ludwigslust/ Mecklenburg, heiratete Ottilie geborene JOSEPHY, geb. 1848. Sie war jüdisch und konvertierte kurz vor der Hochzeit zum lutherischen Protestantismus, ließ sich taufen. Im klassisch-jüdischen Verständnis ist die Taufe kein gültiger Akt, blieb sie Jüdin. Judentum wird von der Mutter auf die Kinder übertragen, und auch nur dies kann die Zugehörigkeit zum Judentum begründen. Ein freiwilliges Konvertieren zum Judentum ist (fast) unmöglich. Die Relevanz ausschließlich der Mutter, nicht des Vaters, begründet sich sicherlich in der prinzipiellen Ungewissheit, ob ein vermeintlicher Vater wirklich der biologische Vater ist (bekanntlich nur in ca. 90%, wegen der bekannten Untreue der Frauen). Da nach jüdischem Verständnis meine Urgroßmutter trotz ihrer Konversion jüdisch blieb, sind natürlich auch alle ihre Kinder jüdisch. Ebenso sind die Taufen meiner Großmutter und meiner Mutter nicht relevant, auch sie, und auch alle vier Söhne meiner Mutter, sind jüdisch, also auch ich. (Meine Kinder wiederum sind nicht jüdisch, da ich das „falsche“ Geschlecht habe.) Nach protestantischem Verständnis bin ich wegen meiner Taufe Protestant. Nach Hitlers Rechnung bin ich Achteljude, was ebenso unsinnig ist wie, achtelschwanger zu sein. Nach meinem Selbstverständnis bin ich ein Orthodoxer  -  ein orthodoxer Humanist, der immer wieder am christlichen und auch am jüdischen Gemeindeleben gern teilnimmt.

Ottilie JOSEPHYs Mutter war meine Ururgroßmutter Henriette geborene HINRICHSEN. Sie ist die Nachfahrin der ältesten jüdischen Familie, die kontinuierlich in Mecklenburg lebt, seit 1677. Sie und ihr Mann August JOSEPHY hatten fünfzehn Kinder, meine Urgroßmutter war das fünfzehnte. Alle fünfzehn Kinder haben die Kindheit überlebt, was damals ungewöhnlich war  -  in jüdischen Familien schon weniger, weil dort aufgrund des höheren Bildungsstandards das Hygienebewusstsein höher war (mehr hierzu weiter unten).

Von den Nachfahren meiner Urgroßmutter kenne ich ungefähr ein Viertel. Ihre 14 Geschwister und deren Nachfahren leben nicht in Deutschland. Sie wurden entweder im HITLER-Regime ermordet, oder sie wanderten aus und leben im Ausland.

Jede neue Kontaktaufnahme zu den Nachfahren der Geschwister meiner Urgroßmutter ist psychologisch sensibel, weil von den meisten die Eltern oder zumindest Onkels oder Tanten in der Nazizeit ermordet wurden, weil sie nicht mehr rechtzeitig aus Deutschland herauskamen. Oft haben die heute lebenden Nachfahren versprechen müssen, nie wieder Kontakt zu Deutschen oder Deutschland aufzunehmen. Ich bin zwar Deutscher, aber eben auch Familienmitglied und vom jüdischen Verständnis her bin ich ja auch Jude. Viel Sensibilität und Geduld kann hier sehr weiterhelfen. Eine letzte Tante, deren Eltern in der Nazizeit ermordet worden sind und die mit einem Kindertransport allein nach England entkommen ist, teilte mir beim letzten email-Kontakt mit, dass sie demnächst nun doch nach Mecklenburg kommen will.

Beim ersten Besuch wohnen meine jüdischen ex-mecklenburgischen Verwandten typischerweise bei mir. Sie besuchen ihren Vetter und ich zeige ihnen die Heimstätten ihrer Vorfahren, nicht aber besuchen sie einen Deutschen und Deutschland. Ich zeige ihnen unser schönes Mecklenburg so, dass sie sich verlieben. Sie fahren wieder nach Hause. Zwei Jahre später bekomme ich eine Email: „Ich will dir nur mitteilen, dass wir wieder nach Deutschland kommen. Wir werden uns München und Berlin ansehen und natürlich auch Mecklenburg. Wir würden gern zu einer Tasse Kaffee am Sonntagnachmittag kommen.“ Dies zeigt mir, dass ich mein Ziel erreicht habe, die Brücke in die alte Heimat und nicht nur zu mir persönlich ist gebaut. Diese meine Art der Familienforschung verstehe ich durchaus als Beitrag zur Völkerverständigung. Ganz besonders für Menschen, die Grund genug hätten, den Kontakt zu uns Deutschen zu verweigern. Deshalb interessiere ich mich besonders für die jüdischen Vorfahren meiner Mutter, und vor allem für all deren lebende Nachfahren.

Manchmal aber ist einfach kein Interesse bei den kontaktierten Verwandten vorhanden. Es gibt vielleicht keine emotionalen Hürden, aber die Verwandten finden einfach langweilig oder uninteressant, dass jemand anruft, nur weil er Vetter 4. Grades ist, Kontakt herstellen und Daten austauschen will. Für diese Verwandten brauche ich „Köder“. Solche Köder sind rückwärtige Ahnenreihen. Diese können bei hinreichender Länge und Prominenz bei etlichen Verwandten Interesse wecken, für das dann der Kontakt mit mir hingenommen wird.

Ein solcher „Köder“ ist die Ahnenreihe von meiner Ururgroßmutter Henriette HINRICHSEN. Fünf Generationen dieser Ahnenreihe verdanke meinem genealogisch engagierten Großvater, 15 meinem israelischen Vetter Joseph BEN BRITH, die weiteren 101 Generationen der Bibel.

20 Generationen rückwärts von meiner Ururgroßmutter Henriette HINRICHSEN findet sich der erste Oberrabbi von Portugal namens Ya'isch IBN YAHYA. Er lebte von 1110-1204. Zunächst war er Militärführer eines muslimischen Heerführers in Marokko. Das Verhältnis zwischen Juden und Moslems war bis vor ca. 100 Jahren in aller Regel sehr einvernehmlich und friedvoll, im Unterschied zu der Beziehung zwischen Juden und Christen, die weitstreckig problembeladen war, wegen damals Missionseifer und Intoleranz der Christen.

Seine Nachfahrenlinie durch 24 Generationen zu mir ist in Kirchenbüchern/ Synagogenbüchern sorgfältig dokumentiert. Seine 101 Vorfahrengenerationen hingegen kann man nur in der Bibel finden. Dass wer Kirchenbüchern glaubt, erst recht der Bibel glauben sollte, ist eine Logik, der sich allenfalls humorlose Menschen entziehen können.

 Die 101 Generationen biblischer Vorfahren dieses Oberrabbis möchte ich mit Ihnen punktuell näher betrachten, beginnend mit der frühesten Vorfahrengeneration „Generation 1“: ADAM und EVA. Nach dem jüdischen Kalender lebten sie im Jahre 0, und wir heute im Jahr 5763. Nach christlicher Zeitrechnung schreiben wir heute 2003 nach Christus, also lebten ADAM und EVA 3760 v. Chr. Sie lebten im Paradies. Der mecklenburgische, plattdeutsch schreibende Dichter Fritz REUTER lokalisiert das Paradies nach Mecklenburg in die Nähe von Waren an der Müritz  -  wer diese schöne mecklenburgische Landschaft kennt, dem ist das unmittelbar plausibel. ("Urgeschicht von Meckelnborg", 1860, drüddes Kapittel: "... was dat Paradis in Meckelnborg un is ok noch hüt un desen Dag dor." "nah de ... Nahrichten von ... NOAH ... was dat Paradis in Meckelnborg" "ADAM is nah Jabel hentau gahn un hett sick dor up" "in Jabel ... ADAM un EVA wahnten drin".)

In Generation 7 finden wir HENOCH, den ersten, der laut Bibel auferstanden ist (der zweite war ELIJAH, der dritte JESUS), 3000 v. Chr.. In Generation 8 steht METHUSALEM, dessen guten Gene meiner Mutter mit ihren 91 Jahren das Tennisspielen und Autofahren ermöglichen, und mir eine gleichartige Lebenserwartung voraussagen. In Generation 10 finden wir NOAH, 2500 v.Chr.. Während von seinen drei Söhnen HAM zu den Afrikanern führt und JAPHET zu den Christen, geht die Linie von SEM zu den Juden und also zu unserem ersten portugiesischen Oberrabbi.

In Generation 20 steht ABRAHAM mit seiner Frau SARAH, 1700 v.Chr.. Als SARAH vorausgesagt wurde, dass sie mit 70 Jahren noch ein Kind bekomen würde, lachte sie nur. Diesen Sohn ISAAC wollte ABRAHAM Gott opfern, um seine Glaubenstreue zu beweisen, aber Gott nahm das Opfer nicht an. Als ISAAC im Alter von 190 Jahren im Sterben lag, wollte seine Frau REBEKKA, dass er seinen Segen nicht dem Erstgeborenen ESAU gibt, wie es Tradition war. Sie wickelte dem zweiten Sohn JAKOB ein Ziegenfell um den Arm, so dass der blinde sterbende Vater ihn für seinen behaarten Erstgeborenen hielt und irrtümlicch JAKOB den Segen gab.

In Generation 26, ca. 1400 v.Chr., finden wir PHAREZ und seinen Vetter REHATH, dessen Enkel MOSES die Tafeln mit den zehn Geboten bekam. Von diesem Zeitpunkt an war es für Juden extrem wichtig, dass jedes ihrer Kinder lesen und schreiben lernte.

Bei den Christen hingegen wurde dies erst 3000 Jahre später eingeführt, z.B. in Preußen Schulpflicht ab 1717. Und selbst dann wurden nur die Jungen und diese nur im Winter (wenn keine Feldarbeit zu verrichten war) zur Schule geschickt.

Im Gefolge der 3000jährigen jüdischen Tradition, Bildung und Wissenschaft zu vermitteln, sind 20% der Nobelpreisträger jüdischer Abstammung, aus nur 0,2 % der Weltbevölkerung. Viele bedeutende Menschen entstammen jüdischen Familien:  MARX, EINSTEIN, FREUD, LENIN, TROTZKIJ, Rosa LUXEMBURG, KISSINGER, CHAGALL, RUBINSTEIN, KAFKA, SPIELBERG, Barbra STREISAND, Isaac STERN, GARFUNKEL, ZWEIG (und auch HITLER). 

Juden waren über viele Jahrhunderte die einzigen Bankiers, denn Christen durften nur von Juden Geldkredite nehmen: "Vom Fremden (=dem Juden) magst Du Zins nehmen, aber nicht von Deinem Bruder (= dem Christen)." (5.Mose 23: 21)

Bis weit ins 19. Jahrhundert durften Juden kein Land kaufen oder pachten und wurden auch nicht in die Zünfte aufgenommen, konnten also weder Bauer noch Handwerker werden, und durften auch kein öffentliches Amt bekleiden.

Die Bildungstradition, das Geldmonopol und der Ausschluss aus bodenständigen Berufen erklären, weshalb Juden überwiegend künstlerische, akademische oder „Geld“-Berufe ergriffen. Diese überproportionale Vertretung in Berufen höheren gesellschaftlichen Ansehens setzt sich bis heute fort und erzeugt Neid  -  ein zentraler Entstehungsgrund für nie endenden Antisemitismus.

In Generation 33 steht KÖNIG DAVID, 1000 v.Chr., der als Kind mit seiner Schleuder GOLIATH besiegte und auf der Harfe spielte. So wichtig es manchen Christen ist, eine Verbindung zu KARL DEM GROßEN zu haben, so wichtig ist es manchen Juden, an KÖNIG DAVID anknüpfen zu können. Von ihm aus geht eine Linie zu MARIA, der Mutter von JESUS CHRISTUS, und eine zweite zu JOSEPH, dem „Vater“ von JESUS. Eine dritte Linie führt durch 68 Generationen über die weiteren judäischen Könige und dann ab 500 v.Chr. die babylonischen Exilherrscher zu unserem ersten portugiesischen Oberrabbi 1110-1204 und weiter zu mir. An Blasphemie grenzend  könnte man sagen, JESUS sei mein entfernter Vetter.

Nachdem wir die 101 Generationen von ADAM und EVA zu dem ersten portugiesischen Oberrabbi punktuell näher betrachtet haben, möchte ich einige Hinweise geben zu den 24 Generationen vom Oberrabbi zu mir.

Seine ersten 8 Nachfahrengenerationen hatten in Portugal noch keine Probleme, hier finden wir weitere Oberrabbiner, Berater und Hofärzte der portugiesischen Könige, Talmudgelehrte, Philosophen, Poeten, Astrologen. Jedoch 1492 wurde die christliche Inquisition, 1391 in Spanien begonnen, auf Portugal ausgeweitet. Drei meiner Vorfahrengenerationen wurden fast vollständig ermordet, aus der vierten konnten einige aus Portugal entkommen. Mein Vorfahre Semuel YACHIA/ Alvaro DINIS landete 1605 in Glückstadt and der Elbe, damals dänisch, heute Deutschland. Er war ein berühmter Münzmeister, dessen Münzen man heute wertvolle Sammlerstücke sind. Zu Ehren des letzten von der Inquisition ermordeten Ahnen, Henrique mit Vornamen, im Alter von 81 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt, gaben sich alle entkommenen Nachfahren den Familiennamen HENRIQUES. Michel HENRIQUES wurde 1677 vom mecklenburgischen Herzog zum Hofbankier nach Schwerin berufen. Fortan nannte er sich Michel HINRICHSEN. Er hatte die Schlüsselposition eines Hofagenten/ Hofjuden, die es damals an fast allen europäischen Fürstenhäusern gab. Diese Position bedeutete, dass er mit seiner vielsprachigen Bildung und seinen internationalen Handels- und Bankenverbindungen dem Hofstaat alle gewünschten Waren und Geldkredite beschaffen musste.  Hohe Kredite wurden vor allem er für die Ausrüstung der Armee und zum Bau des berühmten Schweriner Märchenschlosses benötigt. Da dieses also ohne meine Vorfahren nicht stehen würde, erzählt man sich, ich würde mit hohen Erfolgsaussichten die Rückführung des Schweriner Märchenschlosses in mein Eigentum betreiben.

Ein Portrait des vom mecklenburgischen Herzoghaus 1677 zum Hofagenten berufenen Michel HINRICHSEN hängt in London bei einem Vetter von mir, Klaus HINRICHSEN. Leider ist nicht ganz ganz sicher, ob das Portrait wirklich Michel darstellt, es ist nicht benannt und wurde irgendwie durch die Generationen weitergegeben.

Diese Familie HINRICHSEN ist die älteste jüdische Familie Mecklenburgs. Des ersten Michel Ururenkelin ist Henriette HINRICHSEN, die August JOSEPHY heiratete, mit ihm 15 Kinder hatte, deren jüngstes meine Urgroßmutter war.

 Warum haben wir keine älteren jüdischen Familien in Mecklenburg? 1492 gab es in dem mecklenburgischen Städtchen Sternberg, 30 km östlich von Schwerin, eine Judenverbrennung, weil Juden angeblich Hostien geschändet hatten. Zum selben Zeitpunkt wurden alle in Mecklenburg ansässigen Juden vertrieben oder ermordet, oft lebendig verbrannt. Danach gab es fast 200 Jahre keine Juden in Mecklenburg.

(Für die Mecklenburg-Historiker sei erwähnt, dass um 1660 zwei jüdische Männer in Mecklenburg waren, aber rein beruflich, ohne Familie und auch nur für wenige Jahre  -  Abraham HAGEN und Bendix GOLDSCHMIDT.)

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Bisher habe ich viel über Vertikalforschung/ Ahnenforschung erzählt. Wie eingangs gesagt, interessiert mich aber viel mehr die horizontale Familienforschung nach lebenden Verwandten.

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Typischerweise kennt man die normalen Vettern, d.h. mit denen man gemeinsame Großeltern hat. Schon die Vettern 2. Grades, mit denen man gemeinsame Urgroßeltern hat, kennt man typischerweise nicht mehr. Diese aber suche ich. Und wenn ich sie gefunden habe, versuche ich, sie auch persönlich kennenzulernen, in ihrer Heimat oder hier in Mecklenburg. Dann gehe ich zu den Ururgroßeltern und suche deren Nachfahren zusammen, also auch die Vettern 3. Grades. Wenn ich zu denen allen Kontakt aufgenommen habe, gehe ich zu den Urururgroßeltern und suche auch die Vettern 4. Grades. Und so weiter.

Von Michel HINRICHSEN, der 1677 nach Schwerin kam, kenne ich ca. 2000 Nachfahren. Die allerwenigsten leben in Schwerin oder in Mecklenburg, die meisten sind bis Nordamerika, Südamerika und Australien verstreut. Wenn man bei der Suche nach solchen Nachfahren auf einen stößt, der auch Familienforschung betreibt, tauscht man paketweise Daten aus und ergänzt sich gegenseitig. So habe ich einen Vetter in Israel gefunden  - Joseph BEN BRITH, geboren als Manfred BUNDHEIM - , der Nachfahre eines Bruders von Michel HINRICHSEN ist und heute in Israel lebt; er hat zentral Toten(Ahnen)forschung über Jahrzehnte seines Lebens betrieben und die oben dargestellten Vorfahren rückwärts bis 1100 gefunden. So weiß ich, wie oben dargestellt, von Michel HINRICHSEN, der 1677 nach Schwerin kam, die Vorfahren ab dem ersten Oberrabbi Portugals 1110, und da er der Enkel des letzten babylonischen Exilkönigs DAVID BEN ZAKAI (ca. 960) war, mithilfe der Bibel auch weiter zurück ab KÖNIG DAVID 1000 v.Chr., und darüberhinaus ab ADAM und EVA 3760 v.Chr..

Da aber mein primäres Anliegen die Horizontalforschung nach lebenden Verwandten ist, kommt es bei mir verhältnismäßig häufig vor, dass Menschen  - Vewandte -  von irgendwo auf der Welt bei mir wohnen habe und ich ihnen Mecklenburg zeige. Mit solchen Verwandtenbesuchen ist es völlig unkompliziert. Ich kann in Toronto anrufen und sagen "Ich muss zu einer Tagung nach Toronto und wir sind doch verwandt, kann ich 5 Tage bei dir wohnen?" Die Antwort ist immer ja. Dass mir das immer gelingt, ist besonders bemerkenswert deshalb, weil es sich ja um Menschen handelt, die mich bislang nicht persönlich kennen. Ich kann nur erklären, wie wir verwandt sind, nachdem ich nur über einen Vetter 3. Grades erfahren habe, dass er auch dazugehört. Besonders bemerkenswert war einmal eine Tagung in München, vor der ich meinen entfernten Vetter Miguel HINRICHSEN (mit dem gleichen Hauptberuf wie ich) anrief und sagte, ich habe dort eine berufliche Tagung, das sei doch eine Gelegenheit, dass wir uns kennenlernen, kann ich nicht bei Euch wohnen? Ja, sagte er, das ist überhaupt kein Problem, die ersten 2 Tage deines Kongresses ist alles o.k., aber den 3. und 4. Tag fahren meine Frau und ich zu einem anderen Kongress. Wir müssen nur noch regulieren, wie wir das mit dem Schlüssel machen, damit wir bei unserer Rückkehr wieder zu unserem Schlüssel kommen. So durfte ich alleine das Haus hüten die beiden Tage, ich hätte es ja auch leer räumen können. So etwas erleben wir Familienforscher typischerweise immer wieder: Das Bewusstsein der Verwandtschaft reicht, um dem anderen voll zu vertrauen. Und dies, obwohl wir auch Spione und Mörder in der Verwandtschaft haben  - das Salz in der Suppe der Familienforschung, in der sonst üblicherweise alle Berufe aufgewertet werden und alle Menschen angeblich nur edel sind.

Im Judentum ist Reichtum für das Glück im Jenseits weder anrüchig noch irgendwie nachteilig, aber der Reichtum muss unbedingt ehrlich erworben sein. Das Risiko, bei jüdischen Kaufleuten unter Betrüger zu geraten ist deshalb viel geringer als bei Christen. Dass manche Leute meinen, unter Juden gebe es kaum arme Menschen, hat darin seine Grundlage, dass jüdische Gemeinden längst vor den staatlichen ihre eigenen Sozialsysteme hatten:  Typischerweise eine "Armen- und Witwen-Kasse", in die jedes Gemeindeglied 10% ihres Einkommens zahlen musste  -  und jeder war stolz, wenn er in eine höhere Abgabenklasse gelangt war.

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Im weiteren werde ich, aus den insgesamt mir bekannten ca. 2000 Nachfahren ausgewählt, einige wenige Nachfahrenlinien näher beleuchten.

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Zunächst einmal die Linie von Michel HINRICHSEN zu mir. Michels Frau Cäcilie war nach dem Tod ihres Mannes Hofagentin. Das belegt, wie in jüdischen Familien Töchter gleichermaßen hohe Bildung bekamen wie Söhne, also die sehr frühe Emanzipation bei den Juden. Deren Sohn Ruben war in zweiter Generation Hofagent, er heiratete Hindche geb. POPPERT, die nach dem Tod ihres Mannes wiederum Hofagentin war. Der nächste Michel, Enkel des ersten Michel, war auch wieder Hofagent, in der dritten Generation. Er wohnte in Schwerin in der Straße Großer Moor in dem Gebäude, in dem heute das Stadtgeschichtsmuseum ist. Das Haus gehörte Familie HINRICHSEN über drei Generationen, das ist ablesbar im Museumstreppenhaus in der ersten Treppenkurve auf einer kleinen Gedenkplatte. Dieser Michel HINRICHSEN hatte ein Kind Sophia, die ihren Vetter Ruben HINRICHSEN heiratete. Es handelte sich um Verwandtenheiraten, weniger nett ausgedrückt um Inzucht, wie sie auch in christlichen Familien sehr üblich war. Von heute nach rückwärts besehen, nennen dies manche Familienforscher ,Ahnenschwund': Wenn meine Eltern Vetter und Cousine waren, habe ich unter meinen Urgroßeltern zweimal dieselben, also nur sechs statt acht verschiedene Urgroßeltern.

Von Sophia und Ruben HINRICHSEN hängen Portraits sowohl in London bei Klaus HINRICHSEN als auch in Buenos Aires bei Jürgen HINRICHSEN. Ruben war Kaufmann, bald in Ludwigslust als Hoflieferant tätig. Die Tochter Henriette HINRICHSEN heiratete August JOSEPHY. Ein Verwandter ist Rudolf JOSEPHY, von Goldberg bei Güstrow aus Abgesandter in die Paulskirchen-Reichstags-Versammlung in Frankfurt am Main 1848.

August und Henriette JOSEPHYs Tochter Ottilie brach aus der Tradition aus und heiratete den Protestanten Otto KAYSEL. Standesämter und somit standesamtliche Eheschließungen gab es erst 1874, 1873 musste man noch in einer Religionsgemeinschaft heiraten. Das konnte in diesem Fall nur eine protestantische (evangelische) Heirat sein, weil zwar sie sich zum Lutheraner konvertieren konnte, aber  - wie eingangs besprochen -  nicht er zum Judentum. Dies korrespondiert damit, dass das Judentum nicht missioniert. Die jüdische Religion ist eigentlich von vielen Aspekten her  - ich spreche von Religion, nicht von Politik und schon gar nicht von einzelnen Politikern -  sehr viel friedsamer und weniger machtübergreifend als das Christentum. Man kann nicht jemanden zum Judentum überzeugen und zum Juden werden lassen. Wie schon gesagt, ist man nur Jude, wenn die Mutter Jüdin war.

Otto KAYSEL führt mich immer wieder nach Ludwigslust, weil er dort Ehrenbürger war und nach ihm eine Straße benannt ist und meine Mutter und ich zu vielen offiziellen Veranstaltungen in Ludwigslust eingeladen werden.

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Nun zu anderen Nachfahrenlinien von Michel HINRICHSEN.

Über seinen Sohn Ruben, seinen Enkel Michel, seine Urenkelin Sophie mit ihrem Vetter Ruben HINRICHSEN kommen wir zu einem anderen Nachfahren, dem Ururenkel Adolf HINRICHSEN. Von ihm habe ich eine Fotografie. Adolf heiratete eine Sophie mit dem wunderschönen Nachnamen AARON. Von diesem schönen jüdischen Nachnamen haben sich übrigens viele in die Allerweltsnachnamen AHRENS, AHRENDT, AHRNDT umgenannt, mutmaßlich haben 90% dieser Namensträger ursprünglich jüdische Vorfahren AARON.

Adolf HINRICHSEN und Sophie hatten ein Kind Marianne, die Albert COHEN heiratete. COHEN ist ein typisch jüdischer Name, er bedeutet auf hebräisch "Priester". Sieben ihrer acht Kinder änderten aber später ihren Nachnamen zum Geburtsnamen ihrer Mutter, zu HINRICHSEN. Hermann geboren COHEN, umgenannt in HINRICHSEN, hatte einen Sohn Otto HINRICHSEN, 1911 geboren und "Doddy" genannt. Er siedelte nach Brasilien um, er wurde 2001 90 Jahre alt und ist immer noch quicklebendig. Wir tauschen regelmäßig Emails. Er hat eine Schar von Kindern und Enkelkindern, die fast alle in Brasilien leben. Mit mehreren von ihnen habe ich eine lebhafte Korrespondenz, dadurch jetzt schon 4 Einladungen nach Brasilien, die ich irgendwann umsetzen werde. Besonders hübsch finde ich, dass Doddy's und seiner Frau Lou fünfter Sohn Fernando jetzt mit seiner Frau Claudia, geb. COSTA, und seinen Kindern wieder in Portugal lebt, wo die Vorfahrenlinie ursprünglich herkam. Doddy ist, obwohl zugereister, in Brasilien Ehrenbürger  (a) seiner Stadt (Recife) und  (b) darüber hinaus des ganzen Staates (Pernambuco, also als ob man hier Ehrenbürger von ganz Mecklenburg wäre). Demnach hat er sich nicht nur hervorragend integriert, sondern darüberhinaus hervorragendes für Stadt und Land geleistet.

Zur Charakterisierung des Christen- und Judentums im Unterschied zu den anderen großen Weltreligionen gibt es eine Anekdote:  Ein Mann ist in einen Gulli gefallen. Als erstes kommt der Buddhist vorbei, guckt hinunter, sagt "Ich muss nachdenken, was das zu bedeuten hat" und geht weiter. Als zweites kommt der Moslem vorbei, guckt hinunter: "Das ist Schicksal", und geht weiter. Als drittes kommen der Jude und der Christ vorbei: Sie sehen den Mann da unten, steigen sofort hinab und holen ihn herauf. Solche Anekdoten überzeichnen ja immer, aber haben einen wahren Kern. Soziale Aktivität  - kirchlich "Barmherzigkeit" -  hat in unserer christlich-abendländisch geprägten Gesellschaft einen hohen Stellenwert, auch für die von uns, die nicht gläubig sind, aber eben in einem christlich geprägten Wertesystem aufgewachsen sind. Aber typischerweise ist dies bei den jüdischen Mitbürgern noch eine Idee stärker ausgeprägt, wie sich in den "Armen- und Witwenkassen“ wiederspiegelt.

Vor diesem Hintergrund ist für mich sehr gut vorstellbar, dass Doddy HINRICHSEN  - ich kann seine portugiesisch geschriebene Autobiografie leider nicht lesen -  Ehrenbürger geworden ist, nachdem er beispielsweise im Rahmen seines Baumwollanbaukaufmann-Daseins für seine Mitarbeiter eine eigene betriebliche Sozialversicherung geschaffen hat. So etwas haben viele meiner kaufmännischen jüdischen Verwandten getan. Diese betrieblichen Sozialversicherungen waren wichtige Einrichtungen, auch und gerade für die nicht-jüdischen Mitarbeiter, als der Staat noch kein soziales Sicherungssystem bot.

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Wir kommen jetzt zu einer dritten Nachfahrenlinie von Michel HINRICHSEN. Hier geht es über Ruben - Michel - Sophia mit ihrem "Schamschen" - Adolf mit seiner Sophie geb. AARON nicht zu Marianne mit ihrem Sohn Otto "Doddy", sondern zu Mariannes Bruder Otto HINRICHSEN. Dieser Otto ging als Kaufmann nach Riga/ Lettland und organisierte Getreideexporte aus Russland nach Mecklenburg zu seinen Verwandten, die hier ihre Getreidefirmen hatten. Er heiratete Berta KALWER, geboren in Riga. Deren Sohn James heiratete Molly, geb. SCHÖNBERG, die Sängerin war und die von Riga dann nach London ging, später nach Berlin und nach Padua / Italien. In London wohnte sie in einem Haus, das auf dem Cover der Beatles-Platte "Abbey Road" zu sehen ist, rechts über den Bäumen, unter denen die Beatles über den Zebrastreifen gehen. Der erste Song auf dieser Platte bzw. CD heißt "Come together" - "kommt zusammen". Das ist mein Motto für die Familienforschung. Ich möchte zusammen kommen mit meinen anderen Verwandten.

James und Molly's Enkel Antonio DAL BRUN wohnt in Padua, er ist Finanzmanager einer führenden Alkoholika-Firma. Er selbst klingt am Telefon aber immer sehr nüchtern. Es war ganz schwer, an ihn heranzukommen. Ich wusste nur, dass irgendein DAL BRUN nach Padua gegangen sei. Im Internet-Telefonbuch gab es drei DAL BRUNs. Zwei waren immer nicht da. Beim dritten  - Antonio -  bekam ich immer seine Frau ans Telefon, der ich Englisches und Deutsches erzählte, was sie aber beides offenbar nicht verstand und woraufhin sie auflegte. Schließlich habe ich meine Nichte, die in Rom studiert, gebeten, dort für mich anzurufen. Antonio war hingerissen, am nächsten Tag hatte ich von ihm eine mail. Ich freue mich schon darauf, mal nach Padua zu fahren.

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Eine vierte Nachfahrenlinie von Michel HINRICHSEN führt über Ruben zu einem anderen Enkel, namens Samson, der Jette geb. ISRAEL heiratete. Von Samson und Jette geht es über Rebecca - Wolf - Michel ("Emil") - Erich - Rolf - Karin verheiratet mit Dieter STEINMANN zu Nicole, verheiratet mit Heiko MEYER. Mancher von Ihnen weiß, dass ich ihm Zivilberuf Kinderarzt bin. Heiko MEYER ist Kollege von mir, ist inzwischen nach Rotenburg an der Wümme/ Niedersachsen gegangen und sitzt dort in einer Doppelpraxis, wo ein Doktorand von mir schon vor Jahren hingegangen ist. Zunächst war da nur meine Beziehung Heiko MEYERs Kollegen. Dass nun auch Heiko MEYER in Beziehung zu mir steht, finde ich geradezu aberwitzig. So klein kann die Welt sein.

Besonders bemerkendswert ist, dass es zu Nicole STEIMANN auch über die Linie  Michel - Rebecca - Wolf - Rosalie verheiratet mit Joseph KEMPNER - Laura verheiratet mit Michel ("Emil") HINRICHSEN - Erich - Rolf – Karin verh. STEINMANN - Nicole verh. mit Heiko MEYER geht. Also gab es hier eine Verwandtenheirat. Und eine dritte und vierte Linie gehen über  Michel - Hanna - Sophie verheiratet mit Wolf HINRICHSEN  zu den vorgenannten Linien. Also gab es hier mehrere Verwandtenheiraten, also sogenannten Ahnenschwund. Heiko ist also auf mehrfachem Wege ein Vetter von mir.

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Eine fünfte Nachfahrenlinie von  Michel HINRICHSEN  geht über Ruben – Michel - Ruben. Diese Folge zeigt alle männlichen Hofagenten von der 1. bis zur 4. Generation. Die letzten beiden wohnten in dem Haus, das heute Stadtgeschichtsmuseum hier in Schwerin ist. Von dem letztgenannten Ruben geht es weiter über  Adolph HINRICHSEN (Korsettfabrikant in Hamburg) - Robert HINRICHSEN (übernahm die Korsettfabrik von seinem Vater) zu  Henri HINRICHSEN, Alleininhaber des Musikverlages "Edition C. F. PETERS". Noch heute ist "C.F. PETERS" höchst renommiert. In Leipzig ist eine Straße nach Henri HINRICHSEN benannt. Henri war Stadtverordneter, Dr. phil. h.c.. Diesen Ehren-Doktor bekam er von der Universität für seine vielen sozialen Tätigkeiten, die er mit seinem Musikverlag finanzierte. Er hat z.B. vielen Frauen ermöglicht, Musik zu studieren, wenn sie begabt waren und es die Elternhäuser sich nicht leisten konnten. Hier ist wieder deutlich, dass im christlich geprägten Staat Frauenbildung eher ein jüdisches Anliegen war, gleichermaßen für nicht-jüdische wie für jüdische Frauen. In dieser Familie finden Sie, wie in vielen anderen, den ganzen Schrecken der NS-Zeit: Beide Eltern und zwei der sechs Kinder und ein Schwiegerkind kamen im Holocaust um, d.h. wurden ermordet. Henri's Enkelin Irene, Musik-Wissenschaftlerin und Journalistin, hat in einem Buch die ganze Geschichte des Musikverlages C. F. Peters beschreiben: ISBN 0-9536112-0-5. Irene ist eine ganz reizende Frau, die mich in Deutschland und die ich in London besucht habe.

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Bei meinem Brückenbauen zu lebenden Verwandten habe ich durch meine Familienforschung nette neue Menschen kennengelernt, die aus ganz anderen soziokulturellem Umfeld kommen und in ganz anderen sozialen Kontexten leben  -  das ist fast immer der Fall bei Verwandten, die entfernter sind als Vettern zweiten Grades, wo also die gemeinsamen Vorfahren weiter weg sind als gemeinsame Urgroßeltern. Ohne Verwandtschaft kommen man in unserer Gesellschaft richtig hinein nur bei anderen Leuten, die auf der selben sozialen Ebene wie wir agieren. Bei anderen bleibt immer eine Distanzhürde. Aber das Wissen um die Verwandtschaft allein  - auch wenn man Vettern 10.Grades ist -  genügt schon, um sich ohne vorweg 3 Stunden bis 3 Wochen smalltalk richtig nahe zu kommen. Dann erfährt man auch voneinander, was einen eigentlich bewegt in den eigenen spezifischen Lebensumständen. Ohne die Verwandtschafts-Brücke ist es wie eine Touristenreise mit Studiosus, wo man viel oberflächlich Bildsames kennenlernt, aber in die Tiefen der emotionalen Probleme des Landes nicht eindringt. Hingegen bei Verwandten kann man schon nach 17 Minuten den anderen fragen "Sag mal, wenn du es beantworten magst, was bist du eigentlich für ein komischer Mensch, dass du jetzt schon den vierten Ehepartner hast?". Das dürfen Sie einen Nichtverwandten nie fragen, auch nicht in dieser vorsichtigen Weise nach drei Wochen. Solche Verwandtenbesuche hier oder in deren Heimat sind meine Lieblingsart von Urlaub. Ich sättige meine Neugierde, auf andere Menschen und auf andere Lebensweisen.

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Eine sechste Nachfahrenlinie geht über Michel - Ruben - Selchen verheiratet mit Abraham AARON - Henriette verheiratet mit Emanuel PHILIPP - Rosa verheiratet mit Liepmann MARCUS  zu Siegfried MARCUS. Siegfried MARCUS ist  d e r  Erfinder des Benzin-Autos 1864, nicht Daimler-Benz, die dies erst 20 Jahre später erfanden. Im BROCKHAUS stand es lange Zeit so - jetzt stehen beide etwas salomonisch nebeneinander. GÖBBELS hatte einen Brief an Herrn BROCKHAUS geschrieben, der die beiden Weltlexika herausgab, nämlich den "BROCKHAUS" und "MEYERs Lexikon", und ihn angewiesen  - ich habe eine Kopie dieser Anweisung - ,  ab sofort "den Juden Siegfried MARCUS" als Autoerfinder zu loeschen und "die Deutschen DAIMLER und BENZ" zu benennen. Dieser vermeintliche Widerspruch zwischen jüdisch und deutsch war ja HITLERs Politik. Wir wissen alle, dass ich genauso gut christlicher Israeli sein kann wie römisch-katholischer Deutscher oder jüdischer Deutscher. Neben der Umdeutung des Begriffes Familienforschung in Ahnenforschung ist auch die Umdeutung des Autoerfinders etwas, das bis heute nachlebt, ohne dass es den Menschen bewusst ist. Die große Mehrheit der Deutschen glaubt noch heute, Erfinder des Benzinautos seien DAIMLER und BENZ, von MARCUS haben sie noch nie etwas gehört. Es gibt aber vorsichtige Hoffnung auf Änderung: Hier in Schwerin gibt es eine Siegfried-MARCUS-Straße und im technischen Museum steht in Originalgröße ein Nachbau seines ersten Benzin-Autos von 1864, in seiner Geburtsstadt Malchin sind ein Platz, eine Schule und ein Hotel nach ihm benannt, und in Wien, wo er seine Erfindung tatsächlich machte, ist eine Schule nach ihm benannt.

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So wächst unsere Familie HENRIQUES/ HINRICHSEN -Familie ständig.

Peter Chr. CLEMENS, Priv.Doz. Dr.med.habil., Am Tannenhof 52, D-19061 Schwerin-Schlossgarten, Tel +49-(0)385 -565670 (oder -5202660), Fax -5558979 (oder -5202676), dr.clemenspc@p4all.de, nach einem Beitrag von Dr. Peter Chr. Clemens für den Deutschen Genealogentag 2003 in Schwerin