Die 9 Goldenen Regeln der Genealogie

Was nützen uns lange Anleitungen, wenn wir wir über deren Studium das Wesentliche vergessen? Deshalb hier kurz und knapp die goldenen Regeln der Genealogie, zusammengestellt von Doris Reuter und Renate Ell. Doris ist Vorstandsmitglied im Verein für Computergenealgie, dem mitgliedsstärksten genealogischen Verein in Deutschland. Zusammen mit Renate bildeten sie mehrere Jahre die Chefredaktion der Zeitschrift Computergenealogie.

Platz 9 der Städte Mecklenburgs nach Einwohnern (Foto: Garling)
  1. Verwandte besuchen: Das Befragen von noch lebenden Verwandten bringt mehr Informationen als jedes Kirchenbuch. Alles, was ältere Verwandte noch wissen, stirbt irgendwann mit ihnen.

  2. Daten aus Sekundärquellen misstrauen: Vertrauenswürdig sind nur Daten, die man in Originalquellen (Primärquellen, z. B. Kirchenbüchern) findet, alle anderen (Online-Datenbanken, Ortsfamilienbücher etc.) können Übertragungsfehler enthalten.

  3. Namen sind Schall und Rauch: Familiennamen wurden teilweise sehr unterschiedlich geschrieben und unterlagen vielerlei Veränderungen. Man kann aus Namensgleichheiten oder -ähnlichkeiten nicht immer auf verwandtschaftliche Beziehungen schließen. In einigen Landstrichen herrschten ungewöhnliche Bräuche, wie in Ostfriesland die patronymische Namensgebung.

  4. Quellen notieren: Von jeder Informationsquelle sollte man eine Kopie oder ein Foto für die Akten anfertigen und mit genauer Datums- und Quellenangabe versehen.

  5. Originale schützen: Original-Dokumente brauchen eine spezielle Behandlung, um sie für weitere Generationen zu bewahren.

  6. Daten mit Leben füllen: Zu jeder Person gehört auch ihr Umfeld, ihre Lebensgeschichte jenseits der Daten.
    Beschäftigen Sie sich auch mit der Geschichte der Region, suchen Sie nach Lebenszeugnissen in Archiven.

  7. Ordnung halten: Entscheiden Sie sich für ein Ordnungssystem (alphabetisch, nach Familienzweigen, nach Region, ...). Füllen Sie für die Papierunterlagen Personen- oder Familienbögen aus, führen Sie To-Do-Listen und sortieren Sie nach Möglichkeit auch die digitalisierten Unterlagen auf dem PC nach dem gleichen System.

  8. Daten sichern: Auch wenn man denkt, es treffe nur Andere: Festplatten können versagen, Häuser können abbrennen: Bewahren Sie eine aktuelle Kopie der Forschungsergebnisse immer auch außerhalb der eigenen vier Wände auf.

  9. Forschungsergebnisse teilen: Ist die Familienforschung zu einem gewissen Abschluß gekommen, sollte man diese entsprechend den eigenen Möglichkeiten veröffentlichen und so allgemein zugänglich machen.

Quelle: Renate Ell, Doris Reuter in: Familienforschung, Ausgabe 2015/2016 (aktuelle Ausgabe), Verein für Computergenealogie e. V.

Wir bedanken und bei Doris für die Bereitstellung ihres Artikels. Schaut Euch auch auf den Seiten des Vereins für Computergenealogie um.