Bericht von den Doberaner Klostertagen 2026
Die diesjährigen Klostertage fanden vom 18. bis 20. September 2026 unter dem Thema „Mütter und Töchter - Die Beziehungen der Zisterzienserklöster untereinander“ im Gemeindezentrum in Bad Doberan statt. Nach einem Eröffnungskonzert am 18. September im Münster gab es am 19. September eine sehr interessante Vortragsreihe vor ca. 50 Teilnehmern. Die Teilnehmer wurden von der Stadtpräsidentin Katy Hoffmann, dem Präses der Kirchenkreissynode Dr. Christoph Heydemann, dem Pastor der Gemeinde Volkmar Seyffert und der Vorsitzenden des Vereins der Freunde und Förderer des Klosters Doberan Sabine Krahn-Schulze begrüßt.
Im ersten Vortrag stellte Dr. Ralf Lützelschwab das Prinzip der Filiation des Zisterzienserordens dar. Ausgehend vom ersten Zisterzienserkloster, das 1115 in Clairvaux (Frankreich) gegründet wurde, gab es insgesamt 339 Töchterklöster. Bis zum Ende des Mittelalters wuchs die Zahl mit allen Enkel- und Urenkelklöstern auf 530. Die Erstgründung des Klosters Doberan in Althof fand 1172 durch das Mutterkloster Esrom (Dänemark) statt. Nach der Zerstörung des Klosters in Althof im Jahre 1179 erfolgte 1186 die Neugründung durch das Mutterkloster Amelungsborn in Doberan. Das Kloster Doberan gründete zwei Töchterklöster: 1209 in Dargun und 1258 in Potgutken (heute Polen), das 1276 nach Pelplin verlegt wurde. In diesem und weiteren Vorträgen wurde das Prinzip der Filiation, der Visitation und das Verhältnis der Mütterklöster zu den Töchterklöstern dargestellt.
Auf besonderes Interesse stieß der Vortrag von Paul Nebauer, der 2024 in Pelplin zwei bisher unbekannte lateinische Predigten des heiligen Augustinus entdeckte, deren Echtheit nach fast zweijähriger Untersuchung durch führende Augustinus-Forscher bestätigt wurden und über die die vatikanische Tageszeitung L‘Osservatore Romano berichtete.
Am Nachmittag berichtete Altabt Eckhard Gorka über das Kloster Amelungsborn, der Vorsitzende des Fördervereins Dargun Frank Hamann über das Kloster Dargun und Pater Wincenty Pytlik über das Kloster Pelplin.
Am 20. September pilgerten die Teilnehmer von Bad Doberan nach Althof und erhielten dort eine Führung.
Wir bedanken uns bei dem Verein der Freunde und Förderer des Klosters Doberan für die hervorragende Organisation und die Gastfreundschaft.
(Text und Fotos: A. Parlow)