MFP-Herbsttagung 2026 in Grabow

Herbsttagung des Vereins für mecklenburgische Familien- und Personengeschichte

Mit Unterstützung der Stadtarchivarin Frau Simona Pries und natürlich in enger Kooperation mit der Stiftung Mecklenburg führten wir unsere Herbsttagung im Reutersaal der Stadt Grabow durch. Rund 70 Mitglieder und Interessierte fanden sich am Tagungsort ein und genossen die angenehme Atmosphäre im Reuterhaus, der 1868/70 erbauten Realschule der Stadt Grabow.

Mit Grußworten der Bürgermeisterin Kathleen Bartels und des Vereinsvorsitzenden Andreas Parlow wurde die Herbsttagung des Vereins für mecklenburgische Familien- und Personengeschichte eröffnet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartete ein vielseitiges Vortragsprogramm, das Familiengeschichte, mecklenburgische Adelsgeschichte und höfische Jagdtraditionen miteinander verband.

Den Auftakt machte Dr. Jakob Schwichtenberg mit seinem Vortrag „Dachbodenfunde – Lebens- und Irrwege einer Grabower Familie im 20. Jahrhundert im Spiegelbild ihrer Hinterlassenschaften“. Im Mittelpunkt stand die Frage, welche Einblicke persönliche Gegenstände und Dokumente in die Geschichte eines Hauses und seiner Bewohner zulassen. Familie Schwichtenberg hat in Grabow ein altes Haus gekauft und saniert und wohnt nun darin. Über die zahlreichen Entdeckungen bei der Sanierung und daraus resultierende Nachforschungen ergab sich ein interessanter Vortrag, der die Hausgeschichte mit der Geschichte der beteiligten Familien und natürlich der Stadtentwicklung von Grabow verband.

Im Anschluss an diesen ersten Vortrag ehrten wir unseren Vereinsvorsitzenden Andreas Parlow für seinen unermüdlichen Einsatz für die Entwicklung unseres Vereins mit einem kleinen Präsent. In der anschließenden Kaffeepause gab es viel Zeit für persönliche und fachliche Gespräche.

Nach der Pause sprach Dr. Andreas Röpcke über „Herzog Heinrich der Friedfertige von Mecklenburg im fürstlichen Netzwerk seiner Verwandtschaft“. Er schilderte in seinem Vortrag die Erkenntnisse aus seinem kürzlich bei der Stiftung Mecklenburg veröffentlichen Buch „Mecklenburgs erster Renaissancefürst – Herzog Heinrich der Friedfertige und seine Familie“. Er widmete sich dabei den verwandtschaftlichen Verbindungen des mecklenburgischen Fürsten und seinem Weg zu einem friedliebenden und ersten richtigen Renaissancefürsten Mecklenburgs.

Nach der darauffolgenden Mittagspause hielt Dr. Bernd Kasten den letzten Vortrag des Tages. Unter dem Titel „Großherzogliche Hofjagden in der Umgebung von Jasnitz und Ludwigslust 1815–1918“ beleuchtete er ein Thema aus der mecklenburgischen Hof- und Regionalgeschichte. Ausgehend vom adeligen Privileg der Jagd, wurden die Arten und die Organisation der herzoglichen Jagden beschrieben, an denen auch die Kaiser des Deutschen Reichs über Jahrzehnte hinweg gern teilnahmen. Diese damals als Zeitvertreib hoch geschätzten Veranstaltungen erscheinen aus heutiger Sicht als recht makaberes Schauspiel.

Zum Abschluss sah das Programm am Nachmittag eine Stadtführung durch Grabow oder einen Museumsbesuch vor. Viele Teilnehmer entschieden sich für eine Stadtführung, welche einen guten Einblick in die Stadt- und Wirtschaftsgeschichte von Grabow gab. Die Tagung bot damit neben den Fachvorträgen Gelegenheit, die Geschichte und das kulturelle Umfeld der Region näher kennenzulernen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle besonders bei Frau Simona Pries und ihrem Team vom Stadtarchiv Grabow für die großartige und unkomplizierte Unterstützung bei der Organisation und Durchführung unserer Tagung. Wir freuen uns schon auf die nächste Tagung am 10. April 2027.

(Text: A. Adam, Fotos: A. Adam, M. Pannier)